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Anrechnung der spanischen Erbschaftsteuer in Deutschland

 

Erbfall – Immobilienvermögen in Spanien und Deutschland

 

In der Praxis kommt es häufig vor, dass eine Person lebenslang in Deutschland gelebt hat und dort auch verstirbt.

 

Beispiel:

Er ist Witwer und hat einen Sohn, der in Spanien dauerhaft lebt.

Der Sohn lebt in Barcelona und ist dort unbeschränkt einkommensteuerpflichtig. Der Nachlass des Vaters enthält eine Villa in Katalonien mit einem Immobilienwert nach steuerlichen Verkehrswertkriterien von 300.000,00 EUR, desweiteren hinterlässt der Vater eine Wohnung in Deutschland mit einem Wert von 300.000,00 EUR. Der Gesamtnachlass beläuft sich damit auf 600.000,00 EUR.

Da der Vater als Erblasser dauerhaft in Deutschland gelebt hat, knüpft das deutsche Erbschaftsteuerrecht die deutschen Steuerpflichten für den Sohn als Alleinerben in Deutschland an, obgleich der Sohn dem Grunde nach durch seinen dauerhaften Wohnsitz in Spanien unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist.

 

Tipp:

Der Sohn kann den maximalen Freibetrag in der deutschen Erbschaftsteuer in Höhe von 400.000,00 EUR erhalten, indem er freiwilig die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland wählt. Nutzt er diese Option nicht, erhält er nur einen Freibetrag von 2.000,00 EUR mit der entsprechend hohen Erbschaftsteuerlast in Deutschland.

Im vorliegenden Falle, müsste der Sohn auch die Immobilien aus Spanien in Deutschland versteuern, aber die spanische Erbschaftsteuer ist anrechenbar.

Die Option der unbeschränkten Erbschaftsteuerbesteuerung bringt dem Kind nicht nur den hohen persönlichen Freibetrag, sondern auch die Abzugsfähigkeit von Ausgaben, ohne besonderen Nachweis bis 10.300,00 EUR und andere Steuervorteile, in Form von Minderung der Besteuerungsgrundlage in der deutschen Erbschaftsteuer, wie folgt:

  • – Hausratsfreistellung bis zu 41.000,00 EUR
  • – Freistellung der spanischen Immobilie, soweit diese 200 m2 Wohnfläche nicht überschreitet, und vom Erben 10 Jahre lang als Familienheim genutzt wird
  • – 20.000,00 EUR Freibetrag als Entgelt für Pflegeleistungen zu Gunsten des Erblassers

Tipp:

Sollte die deutsche Finanzbehörde nicht von selbst auf Sie zukommen, sollten Sie zunächst in Spanien die Erbschaftsteuererklärung abgeben, um dann die gezahlte Erbschaftsteuer in Deutschland anrechnen zu können.

Nach der Wahl der unbeschränkten Erbschaftsteuerpflicht in Deutschland, bleibt in Spanien nur eine beschränkte Steuerpflicht, die sogenannte obligacion real. Hier hat der Sohn einen persönlichen Freibetrag von 15.986,57 EUR.

Service:

Als spanische Steuerberater berechnen wir in Ihrem Fall Ihre Erbschaftsteuer in Spanien und prüfen die Verjährungseinrede. Beachten Sie unsere aktuellen Erbschaftsteuertabellen zur Orientierung.

Link: Erbschaftsteuertabelle

In Deutschland als auch in Spanien ist die Erbschaftsteuer progressiv und steigt mit dem Wert des Nachlasses und dem Entferntheitsgrad des verwandten oder gar nicht verwandten Erben.

Anrechnung der spanischen Erbschaftssteuer nach Art. 21 deutschem Erbschaftssteuergesetz.

Zunächst ist der Irrglauben zu bereinigen, dass zwischen Deutschland und Spanien ein Doppelbesteuerungsabkommen in der Erbschaftsteuer besteht.

Es gibt ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Spanien, welches überarbeitet, erneut zum 18.10.2012 in Kraft trat, aber dort werden nur Ertragssteuern behandelt und nicht die Erbschaftsteuer.

Link: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Spanien

Die Erbschaftsteuer wird zwischen Deutschland und Spanien gemäss der Anrechnungsmethode behandelt, und damit eine Doppelbesteuerung des Nachlassgutes in beiden Ländern vermieden.

Folglich gilt, dass die Anrechnung der spanischen Erbschaftsteuer in Deutschland nur in Höhe des Quotienten (deutsche Erbschaftsteuer /steuerpflichtiger Gesamtnachlass) multipliziert mit dem Anteil des ausländischen (spanischen) Nachlassteils begrenzt möglich ist.

Zudem wird nur Auslandsvermögen nach den deutschen gesetzlichen Regelungen als solches qualifiziert. Dies führte zu dem Streit mit den deutschen Finanzbehörden, dass Bankkontoguthaben, welches in Spanien liegt, nicht als Auslandsvermögen, sondern nur als Inlandsvermögen anerkannt wird, und damit die bezahlte Erbschaftsteuer auf das Bankguthaben in Spanien, nicht auf die deutsche Erbschaftsteuerlast anrechenbar ist, und damit eine Doppelbesteuerung vorliegt. Eine verdeckte Doppelbesteuerung liegt auch darin, dass in Deutschland höchstens der Erbschaftsteuerbetrag absetzbar ist, der in Deutschland für das spanische Nachlassvermögen gezahlt werden müsste.

Link: Bankkonto – Erbfall in Spanien

Vorsprung durch Wissen:

Beachten Sie die unterschiedliche steuerliche Bewertung von Immobilienvermögen in Deutschland und Spanien.

In Spanien gilt der sogenannte steuerliche Verkehrswert (valor fiscal), der sich je nach Region und Aktualisierung der Katasterwerte, welche Sie auf dem Grundsteuerzahlbeleg (IBI) finden, mit einem Multiplikationskoeffizient von 1,3 bis 4 ergibt.

Die deutschen Finanzbehörden verlangen meist ein Verkehrswertgutachten aus Spanien, welches vom Steuerpflichtigen bezahlt werden muss. Sie gehen bei der Berechnung von dem sogenannten „gemeinen Wert“ aus.

Bei einem Grundstück ist es der Vergleichswert, der bei Verkäufen von Nachbargrundstücken erzielt wurde, bei einer vermieteten Ferienimmobilie ist es der Ertragswert, der aus den Mieteinkünften erzielt werden kann und bei Geschäftsimmobilien in Spanien geht es um den Sachwert.

Tipp:

Bewertungsbescheide sollte vom Steuerberater geprüft und u.U. angefochten werden.

Abwandlung des Ausgangsfalles: 99% Erbschaftsteuerfreiheit in Katalonien

Sollte der Erblasser und der Erbe (Kind) beide in Katalonien gelebt und unbeschränkt einkommensteuerpflichtig gewesen sein, ergeben sich wesentliche Steuervorteile.

Tipp:

Jede Nachlassplanung sollte darauf ausgerichtet sein, dass rechtzeitig dort der Erblasser seinen Wohnsitz einnimmt, wo das wesentliche Nachlassvermögen liegt und die grösste Steuervergünstigung in der Erbschaftsteuer existiert.

In Katalonien (Costa Brava, Barcelona, Tarragona) haben Kinder einen persönlichen Steuerfreibetrag von 125.000,00 EUR. Hinzukommt der Freibetrag für das Familienheim von 500.000,00 EUR maximal, welches nicht 95% des Immobilienwertes überschreiten darf. Schliesslich wird der Steuerzahlbetrag noch um 99% verringert (Bonificacion) und es bleibt eine Steuerzahllast von 1% der gesamten Steuerzahllast übrig.

 

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